Brera-Viertel
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Brera-Viertel

Allgemeine Informationen

Dieses Viertel liegt an der gleichnamigen Straße, im Bereich zwischen den antiken römischen und den mittelalterlichen Stadtmauern. Der Name „Brera“ kommt von braida, einem Begriff langobardischen Ursprungs, mit dem ein Feld oder eine Wiese in der Nähe der Stadt bezeichnet wurden. Im Mittelalter war das Gebiet, auf dem sich das heutige Viertel befindet, ein freier Raum innerhalb der Stadtmauern, der Braida des Guercio genannt wurde, nach dem Namen des Besitzers verschiedener anliegender Häuser.
Dank dessen Schenkungen konnte sich der Orden der Humiliaten 1201 in diesem Teil der Stadt mit den entsprechenden Strukturen einrichten: eine Kirche, ein Kloster und die Werkstätten für die Herstellung von Wolle. 1571 ging der Besitz an die Jesuiten über, die die Errichtung eines neuen großartigen Baus veranlassten, des Palazzo di Brera (Palast Brera, 1), Sitz ihres Kollegs. Mit der Aufhebung des Ordens im Jahre 1772 wurde die Struktur vom österreichischen Staat erworben, wobei aber einige bedeutende Einrichtungen wie das Astronomische Observatorium und die Nationalbibliothek hier weiterhin ihren Sitz behalten sollten. Später kamen dann auch die Akademie der Schönen Künste, der Orto Botanico (Botanischer Garten, 2) und die berühmte Pinakothek dazu, eine der bedeutendsten Gemäldesammlungen Italiens. Im Risorgimento war dieses Viertel Wiege der literarischen Strömung der Scapigliatura, während hier in neuerer Zeit zahlreiche Lokale entstanden, in denen Dichter und Schriftsteller wie Buzzati, Gadda, Montale und Künstler wie Lucio Fontana, Piero Manzoni und Emilio Tadini ein- und ausgingen.
Nach dem Ende der Epoche der Bohémiens ist dieses Viertel auch heute noch sehr lebhaft und dicht mit Geschäften von Antiquitätenhändlern, Kunstgalerien und Lokalen bevölkert.

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