Navigli-Viertel
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Navigli Viertel

Allgemeine Informationen

Schon Mitte des 13. Jh.s schiffbar, ist das Naviglio Grande das bedeutendste Wasserbauwerk, das je in der Lombardei geschaffen wurde. Es stellt die Verbindung zwischen dem Fluss Tessin und Mailand her, und an seinem Verlauf, der über Abbiategrasso führt, stehen zahlreiche Adelsvillen aus dem 16. bis 19. Jh.
Als bedeutender Verkehrsweg unter den Visconti und den Sforza spielte das Naviglio Grande eine entscheidende Rolle beim Bau der Stadt. Der Marmor aus Candoglia für den Dom, der rosa Granit aus Baveno wie auch andere Steine wurden, zusammen mit Sand und Holz, vom Lago Maggiore hierher befördert, um dann über ein System verschiedener Schleusen den Ring der Kanäle zu erreichen, der unter Nutzung des Wehrgrabens außerhalb der mittelalterlichen Stadtmauern entstanden war. An dieser Wasserstraße, die Mitte des 15. Jh.s fertig gestellt und unter der Bezeichnung Ring der Kanäle bekannt war, standen zahlreiche Lager (die sogenannten Sciostre) für die verschiedensten Materialien. Der Marmor für den Bau des Doms wurde auf Schuten mit der berühmten Aufschrift AUF (ad usum fabricae) befördert, so dass diese nicht an den Zollstellen aufgehalten wurden und ungestört bis zum Laghetto, also dem kleinen See von Santo Stefano, gelangen konnten (dieser wurde 1857 zugeschüttet, doch der heutige Straßenname Via Laghetto erinnert noch daran). An den Ufern des Naviglio Grande sind seit dem späten Mittelalter zahlreiche Werkstätten entstanden, so auch Gerbereien, Werkstätten für die Stoffbearbeitung und die Papierherstellung.
Noch heute sind an der Ecke mit dem Vicolo Lavandai (Wäscherinnen-Gasse, 1) die antiken überdachten Waschplätze zu sehen. Weiter stadtauswärts steht die Kirche Santa Maria delle Grazie al Naviglio (2) mit rustikaler Fassade, die in den Jahren 1899 bis 1909 von Cesare Nava in gotischen Formen wieder aufgebaut wurde.

Erst unter Napoleon vollkommen fertiggestellt, verbindet die Wasserstraße des Naviglio Pavese (Pavia-Kanal, 1) Mailand und Pavia. Er hat seinen Ausgangspunkt an der Darsena, dem Binnenhafen, unter der Brücke Ponte del Trofeo. Um die auf den 33 km bestehenden Höhenunterschiede zu überwinden, waren zahlreiche Schleusen erforderlich. Besonders eindrucksvoll die verschiedenen Stufen dort, wo sich das Naviglio in den Tessin ergießt.

1819, also in dem Jahr, in dem dieser Kanal für die Schifffahrt eröffnet wurde, ist endgültig die Verbindung zwischen Mailand und der Adria über die Flüsse Tessin und Po gegeben. Dieses Projekt, dessen Anfänge schon auf das 15. Jh. zurückgehen (mit dem Bau des Naviglio di Bereguardo (2), der das Naviglio Grande (3) in der Nähe von Pavia mit dem Fluss Tessin verbinden sollte, und dem des Naviglio Martesana (4), das die Wasser des Flusses Adda über ein System mit von Leonardo da Vinci entworfenen Schleusen bis zum Ring der Kanäle führte), hatte Mailand zum Knotenpunkt zwischen Kontinentaleuropa und dem Mittelmeer werden lassen.
Mit seinen Geschäften, Werkstätten, Lokalen und Künstlertreffs ist das Viertel der Navigli heute eine der Stätten, wo die Lebhaftigkeit der Stadt besonders zum Ausdruck kommt. Mittelpunkt des Viertels ist die Darsena, ein echter Binnenhafen, in den sich die Wasser des Naviglio Grande und des Flusses Olona (heute mit unterirdischem Verlauf) ergießen und von wo aus das Naviglio Pavese seinen Lauf nimmt. Bevor der interne Ring der Kanäle zugeschüttet wurde (1929-30), flossen auch diese Wasser über die Schleuse von Viarenna (heute Via Conca del Naviglio) in den Binnenhafen.

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