Rundgang Auf den spuren von Leonardo
Rundgang Auf den spuren von Leonardo
  •       >

Auf den spuren von Leonardo

Beschreibung der Route

Mit rund dreißig Jahren kam Leonardo nach Mailand. Er reiste aus demselben Grund dorthin, aus dem auch wir in diese Stadt reisen, um Ruhm und Glück zu finden und dem "Dunklen" ein Musikinstrument als Geschenk zu überreichen, das zu jener Zeit kein Musiker in Italien zu spielen wusste: eine Lyra. Damit er nichts falsch machte und keiner sagen konnte, dass es sich bei dem Neuankömmling nicht um ein Genie handelte, hatte diese Lyra obendrein die Form eines Pferdeschädels, .

Und genau so möchten wir uns Leonardo vorstellen, als ein zerstreutes, in der eigenen Welt verirrtes Genie. Und dennoch beschreiben ihn die Berichterstatter jener Zeit als einen ausgezeichneten Verwalter seines Lebens, als jemanden, der Empfehlungsschreiben verfasst, Verträge abschließt und bei fehlender Zahlung Klagen erhebt. Es ist gut möglich, dass gerade seine doppelte Natur ihn so weit brachte; eine konkrete Mentalität und die Fähigkeit, von Großem zu träumen.

Er wählte Mailand aufgrund des in dieser Stadt herrschenden Reichtums und da er davon überzeugt war, für die örtliche Herrschaft Waffen und Kriegsmaschinen zu entwerfen, doch glücklicherweise richtete er seinen Erfindungsgeist auf völlig andere Dinge. Zumeist blieb es bei nicht vollendeten Zeichnungen, wie die des Tiburio des Doms oder des Schleusensystems der Navigli-Kanäle. Andere Werke, wie die Madonna auf dem Felsen und die Dame mit dem Hermelin, wurden hingegen hier fertiggestellt und anderswo verkauft.

Die restlichen Werke sind uns erhalten geblieben und begeistern die ganze Welt: Das Abendmahl, das in dem Refektorium des Dominikanerklosters Santa Maria delle Grazie realisiert wurde, das Bildnis eines Musikers und der Codex Atlanticus, die in der Biblioteca Ambrosiana aufbewahrt werden, die Säle des Castello Sforzesco, in denen die Vermählung von Gian Galeazzo Sforza und Isabella d'Aragona abgehalten wurde und das riesige Bronzepferd gegenüber dem Hippodrom, das der Meister in sechzehn Jahren Tätigkeit fertig stellte und das erst ein halbes Jahrtausend später von einem amerikanischen Philanthrop erschaffen wurde.

Da er sich jedoch die längste Zeit seines Lebens in Mailand aufhielt, wird angenommen, dass er sich dort doch sehr wohl fühlte. Vasari beschreibt das Kommen und Gehen zwischen dem Königspalast, wo er an dem Bronzepferd arbeitete, und dem Kloster Santa Maria delle Grazie, wo er das Abendmahl schuf. Es heißt, dass er an diesem Wandgemälde tagelang arbeiten konnte, ohne auch nur eine Essenspause einzulegen, während er an anderen Werken nur zwei Pinselstriche zog, so als wäre er nur zufällig daran vorbeigekommen. Sicherlich musste es ein bemerkenswertes Schauspiel sein, ein solches Genie vorbeigehen zu sehen, sich vorzustellen, was in seinem Kopf vorging, wenn er zwischen einem und dem anderen Meisterwerk hin- und herlief. (Micol Arianna Beltramini)

DER RUNDGANG

Ein Rundgang zur Entdeckung der künstlerischen, erfinderischen und kulturellen Werke, die Leonardo da Vinci während seines zwanzigjährigen Aufenthaltes in Mailand schuf. Er beginnt im Refektorium der Kirche Santa Maria delle Grazie, die sich im Corso Magenta befindet und das Meisterwerk des Abendmahls bewahrt, und führt weiter in Richtung Palazzo delle Stelline, um die Gärten von Leonardo zu bewundern. Auf dem Weg vom Castello Sforzesco zum Stadtzentrum spürt der Besucher einen immer engeren Kontakt mit dem Künstler und Wissenschaftler. Entlang der Außenmauern des Schlosses trifft man auf die Pinakothek Brera und etwas südlicher auf die Pinakothek Ambrosiana. Und schließlich das Nationalmuseum für Wissenschaft und Technologie "Leonardo da Vinci" in der Via San Vittore, das sein Talent und seinen zeitlosen Scharfsinn, die in seinem ingenieurtechnischen und architektonischen Meisterwerk des Naviglio Grande zum Ausdruck kommen, hervorhebt.

Stadtplan

    loading
    • loading
    • Mediagallery

    • loading